OnlyFans Steuern in Deutschland 2026

OnlyFans Einnahmen sind in Deutschland vollständig steuerpflichtig. Ab dem ersten Euro. Dieser Guide erklärt dir alles: Gewerbe ja oder nein, Einkommensteuer, Umsatzsteuer, was du absetzen kannst und welche Fristen gelten. Kein Fachjargon, keine Lücken.

410 €
Freigrenze Jahresgewinn
11.784 €
Grundfreibetrag 2025
22.000 €
Kleinunternehmer-Grenze
25–30%
Empfohlene Rücklage
31. Juli
Abgabefrist Steuererklärung

⚠️ Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ist ein informativer Guide, kein Steuerberatungsersatz. Für deine individuelle Situation empfehlen wir einen auf Creator spezialisierten Steuerberater. Die Angaben basieren auf dem Stand März 2025. Steuergesetze können sich ändern.

Grundsatz: OnlyFans Einnahmen sind in Deutschland steuerpflichtig

Viele Creator gehen davon aus, dass OnlyFans-Einnahmen irgendwie unter dem Radar des Finanzamts bleiben. Das ist ein gefährlicher Irrtum. Das Finanzamt behandelt OnlyFans-Einnahmen wie jede andere selbstständige oder gewerbliche Tätigkeit. Vollständig steuerpflichtig, lückenlos dokumentationspflichtig.

Das gilt unabhängig davon ob du nebenbei oder hauptberuflich auf OnlyFans aktiv bist, ob du unter einem Pseudonym arbeitest, ob deine Einnahmen auf ein ausländisches Konto fließen, oder ob OnlyFans die Zahlungen aus dem Ausland überweist. Wohnsitz in Deutschland = Steuerpflicht in Deutschland.

🚨 Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt: Wer OnlyFans-Einnahmen nicht versteuert, riskiert Steuernachzahlungen für bis zu 10 Jahre rückwirkend, Zinsen von 1,8% pro Jahr auf Nachzahlungen, Strafzahlungen bis zu 100% der hinterzogenen Steuer und im schlimmsten Fall eine Strafanzeige wegen Steuerhinterziehung.

Welche Einnahmen sind steuerpflichtig?

Alle Einnahmen von OnlyFans fallen unter die Steuerpflicht:

  • Monatliche Abonnement-Einnahmen
  • Pay-per-View (PPV) Einnahmen
  • Trinkgelder (Tips) von Fans
  • Einnahmen aus Direktnachrichten
  • Custom Content Anfragen
  • Einnahmen aus Live-Streams auf OnlyFans
  • Referral-Provisionen vom OnlyFans-Programm

📋 Einordnung durch das Finanzamt

OnlyFans-Einnahmen werden steuerlich als Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§15 EStG) eingestuft. Sofern du regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht tätig bist, was bei den meisten Creator der Fall ist. In seltenen Ausnahmen (sehr geringe, einmalige Einnahmen) könnten es auch sonstige Einkünfte sein. Im Zweifel entscheidet das Finanzamt.

Gewerbe anmelden: Ja oder Nein?

Die Frage die fast alle neuen OnlyFans Creator zuerst stellen: Brauche ich ein Gewerbe? Die ehrliche Antwort: In den meisten Fällen ja. Hier ist die genaue Unterscheidung.

KriteriumGewerbe erforderlichMöglicherweise kein Gewerbe
RegelmäßigkeitDu postest regelmäßig und verdienst wiederkehrendEinmaliger Versuch, keine Wiederholung geplant
GewinnabsichtDu willst damit Geld verdienenRein hobbymäßig, kein Gewinn angestrebt
EinkommenshöheÜber 410 € JahresgewinnUnter 410 € Jahresgewinn (Freigrenze)
SelbstständigkeitDu steuerst Inhalte und Preise selbst
EmpfehlungIm Zweifel immer anmelden — Bußgeld für unterlassene Anmeldung: bis zu 1.000 €

Gewerbe vs. Freiberufler

Freiberuflich tätig sind nach deutschem Recht vor allem akademische Berufe: Ärzte, Anwälte, Architekten, Journalisten, Künstler. Content Creator auf OnlyFans fallen in der Regel nicht unter die Freiberuflichkeit. Auch wenn der Content kreativ ist. Das Finanzamt stuft die Tätigkeit als gewerblich ein.

💡 Ausnahme Kleingewerbe: Wer ein Gewerbe anmeldet, kann trotzdem die Kleinunternehmerregelung nutzen (bis 22.000 € Umsatz) und ist damit von der Umsatzsteuer befreit. Gewerbe anmelden und Kleinunternehmer sein schließen sich nicht aus.

Wie meldest du ein Gewerbe an?

1
Zuständiges Gewerbeamt finden
Das Gewerbeamt ist beim Ordnungsamt deiner Gemeinde oder Stadt. Viele Städte bieten inzwischen Online-Anmeldung an — einfach „[Stadtname] Gewerbe anmelden online“ suchen.
2
Gewerbeanmeldung ausfüllen
Tätigkeitsbeschreibung: „Erstellung und Vermarktung digitaler Medieninhalte“ oder „Content Creator für digitale Plattformen“. Nicht „OnlyFans“ angeben — die Beschreibung sollte plattformunabhängig sein.
Kosten: 10–65 € je nach Stadt
3
Fragebogen vom Finanzamt ausfüllen
Nach der Gewerbeanmeldung erhältst du automatisch den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ vom Finanzamt. Diesen innerhalb von 4 Wochen ausfüllen und zurücksenden. Voraussichtliche Einnahmen realistisch angeben — nicht zu hoch, nicht zu niedrig.
Frist: Innerhalb 4 Wochen
4
Steuernummer erhalten
Das Finanzamt vergibt eine Steuernummer — das dauert in der Regel 4–8 Wochen. Bis dahin kannst du trotzdem auf OnlyFans aktiv sein und Einnahmen erzielen.
Wartezeit: 4–8 Wochen

Gute Nachricht: Die Gewerbeanmeldung ist kein großer bürokratischer Aufwand. Sie kostet maximal 65 Euro, ist in den meisten Städten online möglich und dauert weniger als 30 Minuten. Die steuerliche Registrierung erfolgt dann automatisch.

Einkommensteuer: Was du wirklich zahlst

Die Einkommensteuer ist die wichtigste Steuer für OnlyFans Creator. Sie ist progressiv. Das bedeutet: je mehr du verdienst, desto höher der Steuersatz. Aber: Du zahlst den höheren Satz nur auf den Teil des Einkommens der über der jeweiligen Schwelle liegt, nicht auf alles.

Jahreseinkommen (zu versteuern)SteuersatzSteuerbelastung ca.OF-Verdienst-Kontext
Bis 11.784 €0%0 €Bis ~982 €/Monat netto
11.785 – 17.005 €14%~730 €Unteres Segment
17.006 – 66.760 €14–42%progressivMid-Range Creator
66.761 – 277.825 €42%SpitzensteuersatzTop 5% Creator
Über 277.826 €45%ReichensteuerTop 1% Creator

Alle Angaben für 2026. Zahlen gelten für Ledige ohne Kinder. Mit Kindern, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag weichen die Werte ab.

Rechenbeispiel: Creator verdient 2.000 € netto/Monat

📊 Steuerberechnung — Creator verdient 2.000 € netto/Monat
Jahreseinnahmen (netto nach OF-Fee) 24.000 €
Abzüglich absetzbare Ausgaben (Equipment, Software, Internet etc.) − 3.000 €
Zu versteuernder Gewinn 21.000 €
Grundfreibetrag 2025 − 11.784 €
Steuerpflichtiges Einkommen 9.216 €
Einkommensteuer ca. ~ 1.290 €
Effektive Steuerbelastung ~5,4% auf Gesamtgewinn

Das zeigt: Wer geschickt Ausgaben absetzt und im unteren Einkommensbereich liegt, zahlt deutlich weniger als die nominalen Steuersätze vermuten lassen. Der Trick liegt in der konsequenten Dokumentation aller Betriebsausgaben.

Vorauszahlungen: das übersehen viele Creator

Sobald deine Steuerschuld über 400 Euro pro Jahr liegt, fordert das Finanzamt vierteljährliche Steuervorauszahlungen an. Diese werden jeweils am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember fällig. Die Höhe basiert auf der Steuerschuld des Vorjahres.

⚠️ Häufiger Fehler: Creator die im ersten Jahr gut verdienen, werden im zweiten Jahr von einer hohen Nachzahlung UND den ersten Vorauszahlungen gleichzeitig getroffen. Lege von Anfang an 25–30% aller Einnahmen auf einem separaten Konto zurück.

Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung

Neben der Einkommensteuer gibt es die Umsatzsteuer (USt). Und hier haben viele neue Creator einen erheblichen Vorteil den sie oft nicht kennen: die Kleinunternehmerregelung.

JahresumsatzRegelungUmsatzsteuer?USt-Voranmeldung?Vorsteuerabzug?
Bis 22.000 €KleinunternehmerNeinNeinNein
Über 22.000 €Regelbesteuerung19% auf EinnahmenJa, monatlich/quartalsweiseJa

Die Kleinunternehmerregelung: Für die meisten Creator ideal

Wenn dein Jahresumsatz unter 22.000 Euro liegt, kannst du die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG nutzen. Das bedeutet: Du musst keine Umsatzsteuer auf deine OnlyFans-Einnahmen abführen und schreibst auf (kaum vorhandenen) Rechnungen „Kein Ausweis von Umsatzsteuer gemäß §19 UStG“.

  • Keine 19% USt auf Einnahmen abführen und du behältst mehr
  • Keine monatliche oder quartalsweise USt-Voranmeldung
  • Deutlich weniger Bürokratie
  • Grenze gilt für Jahresumsatz, nicht Jahresgewinn
  • Kein Vorsteuerabzug auf eigene Ausgaben (Equipment, Software etc.)
  • Muss im Fragebogen ans Finanzamt beantragt werden

Was passiert wenn du die 22.000 Euro Grenze überschreitest?

Überschreitest du im laufenden Jahr die 22.000 Euro Umsatzgrenze, wechselst du zum 1. Januar des nächsten Jahres automatisch in die Regelbesteuerung. Du musst das Finanzamt informieren und ab dann 19% USt auf alle Einnahmen aufschlagen und abführen.

🌍 Besonderheit: OnlyFans ist ein britisches Unternehmen

OnlyFans (Fenix International Ltd.) hat seinen Sitz in Großbritannien. Das bedeutet für die Umsatzsteuer: OnlyFans führt die Umsatzsteuer in Deutschland ab (Reverse-Charge-Verfahren), du als Creator erhältst Auszahlungen ohne USt-Ausweis. Als Kleinunternehmer ändert das nichts. Als Regelbesteuerer musst du mit deinem Steuerberater klären wie die internationale Komponente korrekt behandelt wird.

Was kannst du als OnlyFans Creator steuerlich absetzen?

Betriebsausgaben reduzieren deinen Gewinn. Und damit deine Steuerlast. Je mehr du legal absetzt, desto weniger Steuern zahlst du. Hier ist eine vollständige Übersicht was OnlyFans Creator in Deutschland absetzen können.

📷
Equipment & Technik
Kamera, Objektive
Smartphone (anteilig)
Ringlicht, Studioleuchten
Stativ, Gimbal
Mikrofon, Headset
Laptop/Computer (anteilig)
SD-Karten, Akkus, Zubehör
💻
Software & Abonnements
Adobe Creative Suite
Canva Pro, CapCut Pro
Management-Tools (Supercreator etc.)
Cloud-Speicher (Dropbox, iCloud)
VPN-Dienste
Buchführungssoftware
🏠
Home-Office
Pauschale: 6 €/Tag
Maximum: 1.260 €/Jahr
Kein sep. Arbeitszimmer nötig
Alternativ: Arbeitszimmer anteilig mit Nachweis
📱
Kommunikation & Internet
Internet-Anschluss (ca. 50%)
Mobilfunk (ca. 50%)
Business-Telefonnummer
Messaging-Apps (beruflich)
🎭
Styling & Requisiten
Kleidung/Kostüme (nur für Content)
Requisiten und Dekoration
Make-up, Haarstyling (beruflich)
Studio-Einrichtung
Private Nutzung muss ausgeschlossen sein
📣
Marketing & Werbung
Social-Media-Werbung
Agenturkosten (OF Management)
Chatter-Kosten
Fotograf/Videograf beauftragen
Schulungen, Weiterbildungen
🏦
Bankkosten & Gebühren
Geschäftskonto-Gebühren
PayPal-Gebühren (beruflich)
Währungsumtauschgebühren
Kreditkartengebühren (beruflich)
👨‍💼
Beratung & Verwaltung
Steuerberater-Honorar
Rechtsanwaltskosten (beruflich)
Gewerbeanmeldung
Buchführungskosten
IHK-Beiträge

Absetzung bei teuren Anschaffungen (GWG-Regelung)

Gegenstände bis 800 Euro netto (Geringwertige Wirtschaftsgüter, GWG) kannst du sofort im Kaufjahr vollständig absetzen. Teurere Anschaffungen, zum Beispiel eine Kamera für 1.500 Euro, musst du über die Nutzungsdauer abschreiben (in der Regel 3–5 Jahre je nach Gerät).

AnschaffungKaufpreisAbsetzungPro Jahr absetzbar
Ringlicht89 €Sofort (GWG)89 €
Kamera750 €Sofort (GWG, unter 800 €)750 €
Profi-Kamera1.500 €Abschreibung über 5 Jahre300 €/Jahr
Laptop1.200 €Abschreibung über 3 Jahre400 €/Jahr (50% beruflich = 200 €)

💡 Praxis-Tipp: Kaufe Equipment kurz vor Jahresende, dann kannst du es noch im laufenden Steuerjahr absetzen und reduzierst die Steuerlast für dieses Jahr. Belege immer digital und physisch aufbewahren.

Buchführung und Dokumentation

Als Kleinunternehmer (unter 22.000 € Umsatz) reicht die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Keine doppelte Buchführung nötig. Das bedeutet: Du erfasst alle Einnahmen und Ausgaben chronologisch. Die Differenz ist dein Gewinn.

Was du dokumentieren musst

  • Alle OnlyFans-Auszahlungen mit Datum und Betrag
  • Alle Ausgaben mit Beleg (Quittung, Rechnung, Kontoauszug)
  • OnlyFans-Kontoauszüge monatlich herunterladen und speichern
  • Währungsumrechnungen dokumentieren (OF zahlt in USD aus)
  • Aufbewahrungspflicht: mindestens 10 Jahre

Währungsumrechnung — Dollar zu Euro

OnlyFans rechnet in US-Dollar ab. Für die Steuer musst du alle Einnahmen in Euro umrechnen. Verwende den offiziellen EZB-Wechselkurs zum Zahlungstag. Nicht den Kurs deiner Bank oder PayPal. Den EZB-Kurs findest du unter ecb.europa.eu.

Tools für die Buchführung

ToolKostenFür wen geeignetBesonderheit
Excel/NumbersKostenlosEinsteiger unter 22.000 € UmsatzVorlage vom Finanzamt nutzbar
LexofficeAb 7,90 €/MoWachsende CreatorDATEV-kompatibel, Steuerberater-Anbindung
sevDeskAb 7,90 €/MoWachsende CreatorBelegerkennung per Foto
WISO SteuerAb 34,99 €/JahrSteuererklärung selbst machenEÜR integriert, direkte ELSTER-Übermittlung

Alle wichtigen Fristen im Überblick

FristDatumWas ist fällig?Gilt für
Steuererklärung31. JuliEinkommensteuererklärung für das Vorjahr einreichenAlle Creator
Steuererklärung mit Berater28. Februar (übernächstes Jahr)Verlängerte Frist bei Steuerberater-MandatMit Steuerberater
Vorauszahlung Q110. MärzEinkommensteuer-VorauszahlungAb 400 € Jahressteuer
Vorauszahlung Q210. JuniEinkommensteuer-VorauszahlungAb 400 € Jahressteuer
Vorauszahlung Q310. SeptemberEinkommensteuer-VorauszahlungAb 400 € Jahressteuer
Vorauszahlung Q410. DezemberEinkommensteuer-VorauszahlungAb 400 € Jahressteuer
USt-Voranmeldung10. des FolgemonatsUmsatzsteuer-Voranmeldung und ZahlungNur Regelbesteuerer (über 22.000 €)
GewerbeanmeldungVor Aufnahme der TätigkeitBeim Gewerbeamt anmeldenAlle gewerblichen Creator
Fragebogen FinanzamtInnerhalb 4 Wochen nach GewerbeanmeldungSteuerlichen Erfassungsbogen zurücksendenAlle Creator
Belegaufbewahrung10 JahreAlle Belege aufbewahrenAlle Creator

🚨 Verspätungszuschläge: Wer die Steuererklärung zu spät einreicht, zahlt 0,25% der festgesetzten Steuer pro Monat Verspätung. Mindestens aber 25 Euro pro Monat. Bei Vorauszahlungen: 1% Zinsen pro Monat auf nicht gezahlte Beträge.

Schritt-für-Schritt: Steuern als OnlyFans Creator richtig abwickeln

1
Gewerbe anmelden
Vor den ersten Einnahmen oder so bald wie möglich: Gewerbe online oder beim Gewerbeamt anmelden. Tätigkeitsbeschreibung: „Erstellung und Vermarktung digitaler Medieninhalte“.

Einmalig · 10–65 €

2
Separates Geschäftskonto eröffnen
Private und geschäftliche Finanzen von Anfang an trennen. Alle OnlyFans-Auszahlungen auf das Geschäftskonto, alle Ausgaben von dort bezahlen. Spart stundenlange Sortierarbeit bei der Steuererklärung. Günstige Anbieter: Kontist, Holvi, N26 Business.

Einmalig · kostenlos bis günstig

3
Rücklage-Konto anlegen
Von jeder Auszahlung sofort 25–30% auf ein separates Sparkonto legen. Dieses Geld nicht anfassen — es gehört dem Finanzamt. Im ersten Jahr kommen Nachzahlung und erste Vorauszahlungen gleichzeitig. Vorbereitung ist alles.

Dauerhaft · 25–30% jeder Auszahlung

4
Monatliche Buchführung einrichten
Jeden Monat: OnlyFans-Kontoauszug herunterladen, Ausgaben dokumentieren, Belege scannen oder fotografieren. 30 Minuten pro Monat reichen aus. Aufgeschobene Buchführung kostet am Ende 10× mehr Zeit.

Monatlich · ca. 30 Min

5
Fragebogen Finanzamt ausfüllen
Nach der Gewerbeanmeldung kommt der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Voraussichtliche Einnahmen realistisch einschätzen — zu hohe Angaben führen zu hohen Vorauszahlungen, zu niedrige zu Nachzahlungen.

Einmalig · innerhalb 4 Wochen

6
Steuerberater oder WISO nutzen
Bis 22.000 € Umsatz: WISO Steuer (34,99 €/Jahr) reicht oft aus. Über 22.000 €: Steuerberater pflichtgemäß empfohlen — kostet Geld, spart aber meist mehr durch optimale Ausgabenabsetzung.

Jährlich · Deadline 31. Juli

Österreich und Schweiz

AspektDeutschlandÖsterreichSchweiz
SteuerpflichtAb 410 € Gewinn/JahrAb 730 € Einkünfte/JahrAb 2.300 CHF Nebenerwerb
GewerbepflichtJa, beim GewerbeamtJa, Gewerbeschein bei WKÖJe nach Kanton unterschiedlich
Einkommensteuer14–45%20–55%~20–40% (kantonal)
Kleinunternehmergrenze22.000 €/Jahr35.000 €/Jahr100.000 CHF/Jahr (MWST)
BesonderheitSozialversicherung SVS ab GewerbescheinAHV-Pflicht ab Nebenerwerb

Für Österreich und Schweiz gelten eigene Regelungen. Dieser Guide bezieht sich ausschließlich auf Deutschland. Für AT/CH unbedingt einen lokalen Steuerberater konsultieren.

Häufige Fragen zu OnlyFans Steuern

Muss man OnlyFans Einnahmen in Deutschland versteuern?

Ja, vollständig. OnlyFans Einnahmen sind in Deutschland ab dem ersten Euro steuerpflichtig. Ab einem Jahresgewinn von 410 Euro muss eine Einkommensteuererklärung eingereicht werden. Das gilt unabhängig davon ob du unter Pseudonym arbeitest, aus dem Ausland Zahlungen erhältst oder die Tätigkeit als Hobby betrachtest. Wohnsitz in Deutschland = Steuerpflicht in Deutschland.

Muss Ich für OnlyFans ein Gewerbe anmelden?

In den meisten Fällen ja. Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht auf OnlyFans tätig ist, betreibt ein Gewerbe und muss dieses beim Gewerbeamt anmelden. Die Anmeldung kostet je nach Stadt 10–65 Euro und ist in vielen Städten online möglich. Tipp: Tätigkeitsbeschreibung „Erstellung und Vermarktung digitaler Medieninhalte“. Nicht „OnlyFans“ angeben.

Ab wann muss man OnlyFans Steuern zahlen?

Die Steuererklärungspflicht beginnt ab 410 Euro Jahresgewinn (Freigrenze). Tatsächlich Einkommensteuer zahlen musst du erst wenn dein Jahreseinkommen über dem Grundfreibetrag von 11.784 Euro (2025) liegt. Umsatzsteuer wird erst ab 22.000 Euro Jahresumsatz fällig — darunter gilt die Kleinunternehmerregelung.

Was kann man als OnlyFans Creator steuerlich absetzen?

Absetzbar sind alle Ausgaben die unmittelbar mit der OnlyFans-Tätigkeit zusammenhängen: Kamera, Licht, Equipment (bis 800 € sofort, darüber verteilt), Software-Abonnements, Management-Tools, Agenturkosten, Home-Office-Pauschale (6 €/Tag, max. 1.260 €/Jahr), anteiliger Internet- und Telefonkosten, Buchführungskosten und Steuerberater-Honorar. Wichtig: Alle Ausgaben mit Belegen nachweisen.

Gilt die Kleinunternehmerregelung für OnlyFans?

Ja. Solange der Jahresumsatz unter 22.000 Euro liegt, kann die Kleinunternehmerregelung genutzt werden. Das bedeutet keine Umsatzsteuer auf Einnahmen und keine USt-Voranmeldung. Der Nachteil: kein Vorsteuerabzug auf eigene Ausgaben. Für die meisten Einsteiger ist die Kleinunternehmerregelung trotzdem vorteilhaft wegen der deutlich geringeren Bürokratie.

Wann muss die Steuererklärung für OnlyFans abgegeben werden?

Die Einkommensteuererklärung muss bis zum 31. Juli des Folgejahres eingereicht werden (für 2024 also bis 31. Juli 2025). Mit einem Steuerberater verlängert sich die Frist bis Ende Februar des übernächsten Jahres. Bei Verspätung: 0,25% der Steuerschuld pro Monat, mindestens 25 Euro pro angefangenen Monat.

Wie hoch ist die Steuer auf OnlyFans Einnahmen?

Die Einkommensteuer ist progressiv. Bis zum Grundfreibetrag (11.784 € in 2025) fällt keine Steuer an. Darüber steigt der Satz von 14% bis auf 45% bei sehr hohen Einkommen. Als Faustregel: Lege 25–30% aller Einnahmen zurück. Wer seine Ausgaben konsequent absetzt, reduziert die effektive Steuerlast erheblich. Häufig auf 10–20% des Gewinns im mittleren Einkommensbereich.

Was passiert wenn Ich OnlyFans Einnahmen nicht angebe?

Steuerhinterziehung ist eine Straftat. Die Konsequenzen: Steuernachzahlungen für bis zu 10 Jahre rückwirkend, Zinsen von 1,8% pro Jahr, Strafzuschläge bis zu 100% der hinterzogenen Summe und im schlimmsten Fall eine Strafanzeige. Finanzämter tauschen zunehmend Daten mit Zahlungsdienstleistern aus. Wer bisher nicht deklariert hat: Selbstanzeige vor Entdeckung mildert die Strafe erheblich. Unbedingt Steuerberater kontaktieren.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Steuergesetze können sich ändern. Für deine konkrete Situation wende dich an einen zugelassenen Steuerberater. Stand: März 2025.

Quellen: Einkommensteuergesetz (EStG), Umsatzsteuergesetz (UStG), Gewerbeordnung (GewO), Bundesministerium der Finanzen, Grundfreibetrag 2025 gem. §32a EStG.